Kirche

Titelansicht Kloster KampDer neue Klosterführer ist in unserem Klosterladen, im Museumsshop und natürlich im Buchhandel erhältlich.

Der erste Bau der Klosterkirche erfolgte um 1150 und dürfte 32 Jahre später fertiggestellt worden sein. Um 1410 setzte laut Chronik eine erneute umfangreiche Bautätigkeit ein. Die mittelalterliche Klosterkirche ist allerdings nicht mehr erhalten. Während der Kriegsunruhen 1585 wurde sie fast vollständig zerstört. Erst 1683 begann man mit dem Wiederaufbau der Kamper Abteikirche, so wie wir sie bis auf den heutigen Tag sehen. Die Kamper Klosterkirche entspricht durch die Schlichtheit ihres Baus und durch den einfachen, rechteckig geschlossenen Chorraum der zisterziensischen Architektur. Die Türme mit den geschweiften Hauben sind späte Zutat und untypisch für eine Zisterzienserkirche.

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Einen prächtigen Rundum-Blick vom Innern stellte uns freundlicherweise Herr Detlev Meyer von der Firma Skyfly aus Hünxe zur Verfügung. Klicken Sie hier.

Stationen einer Innenbesichtigung der Kirche

Im Inneren wird die dreischiffige Hallenkirche durch spitzbogige Fenster mit einfacher Verglasung erhellt. Während die breiten Pfeiler der um 1683 entstandenen Hallenkirche schmale Gesimse zeigen, weisen die Säulen in dem um 1410 entstandenen Chorraum feingemeißelte Blattkapitelle auf. Die breiten Pfeiler des Mittelschiffes sind geschmückt mit Figuren aus dem 18. Jahrhundert wie dem Hl. Nepomuk, der Hl. Agatha, Maria und Joseph mit Kind und der besonders schönen Camper Madonna.

Chorraum: Zielpunkt und Zentrum

Im Chorraum befindet sich ein neugotischer Retabelaltar, Ende des 19. Jahrhunderts angefertigt von niederrheinischen Künstlern, mit Reliefs die Geburt Jesu (links) und die Anbetung der Könige (rechts) darstellend. Auf den bemalten Altarflügeln finden sich Szenen aus dem Leben Mariens. In der Vierung steht der Zelebrationsaltar, geschaffen 1982 von dem Bildhauer Michael Franke aus Erkelenz. Die verwendete Altarplatte stammt jedoch bereits aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde bei Grabungsarbeiten in der Kirche gefunden. In dem Altar wird in einer Nische die Reliquie der Hl. Agatha aufbewahrt: ein Schädelknochen der frühchristlichen Märtyrerin. Das Chorgestühl wurde durch den Meister Heinrich Brüll 1699 in Köln angefertigt. Die einzelnen Sitze werden durch geschwungene Arabesken mit individuell gestalteten Engelsköpfen geteilt.

Bemerkenswert ist auch die sechseckige Kanzel, die Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden ist. Der Kanzelkorb ist geschmückt mit den Figuren der vier Evangelisten und auf dem Schalldeckel steht eine Christusfigur dargestellt als Weltenrichter, die rechte Hand zum Segen erhoben und in der linken Hand die Weltkugel haltend.

Klingender Schatz: Orgel

Im Eingangsbereich der Kirche befindet sich auf einer Empore die Orgel, deren Gehäuse besondere Beachtung verdient. Es muss um 1720/22 entstanden sein (Orgelbauer war Johann Jacob Brummerts 1668-1729) und geht auf den Abt Wilhelmus III. Norff aus Rheinberg zurück, dessen Wappen heute noch die Orgelbühne ziert. Während die aus Eichenholz geschaffene Brüstung - geschmückt mit geschnitzten Füllungen und einem Geländer aus geschnitztem Weinlaub und Rosen - bis heute noch unversehrt erhalten geblieben ist, musste das Orgelwerk wiederholt repariert bzw. erneuert werden. Die Figur des Königs David (mit Harfe) krönt den Orgelprospekt.

Tipp: Unser neuer handlicher und großzügig illustrierter Kirchen- und Kunstführer (Edition Kloster Kamp) ist in der Kirche, im Klosterladen und im Museumsshop erhältlich (3,50 €).

Die Marienkapelle

Im nordöstlichen Teil der Kirche schließt sich an die ehemalige Sakristei die um 1714 gebaute sechseckige Marienkapelle an. Dort befindet sich ein Altar aus dem 18. Jahrhundert. Die Wand links und rechts vom Altar ist mit je einem Reliquienkästchen - ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert - mit unbekannten Reliquien, geschmückt.

Bemerkenswert sind die Gemälde, stammen sie doch alle aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und werden der Schule des Bartholomäus de Bruyn (*1493 in Wesel / +1555 in Köln) zugesprochen:
Die Geburt Christi (1547), Maria mit Kind, Die Beweinung Christi (1540) und Die Auferstehung Jesu.

Im Vorraum der Marienkapelle befindet sich ein Gemälde aus der Rubensschule: Die Anbetung der Könige (17. Jahrhundert).